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KIM Taekwondo Academy

World Taekwondo Changmookwan

Die Bedeutung der Taeguk-Poomse

 

Man sagt die Taeguk-Poomse sei die grundlegendste Form des Taekwondo. Taeguk repräsentiert die Tiefe fernöstlicher Philosophie, aus der die Betrachtungsweisen des fernöstlichen Denkens über die Erde, den Kosmos und das Leben entstammen. Schreibt man Taeguk in chinesischer Schrift, so bedeutet das Zeichen "Tae" Größe und "Guk" Ewigkeit. So ist Taeguk auch nicht einfach irgendeiner Form gleichzusetzen, Taeguk hat weder Anfang noch Ende. Dennoch ist Taeguk der Ursprung allen Seins. Anders ausgedrückt: es birgt etwas vom Wesensgehalt aller Dinge in sich.

 

Die Gedanken über Taeguk sind in der Grundidee des Juyok enthalten. Das Juyok, das "Buch der Verwandlungen" gehört zu den führenden Büchern der fernöstlichen Philosophie. Aus Taeguk werden acht Grundphänomene philosophischer Ideen entwickelt, von denen jede durch eine entsprechende Bezeichnung (Charakter) präsentiert wird. Die Taeguk Bewegungsformen (Poomse) basieren auf diesen acht Grundphänomenen (ebenso die Bewegungsabläufe der Palge). Demgemäß werden die Bewegungsrichtungen dieser Formen (Poomse) von acht Symbolen oder "Palge" repräsentiert, auf deren Linien man sich bewegt.

 

Die wesentlichen Punkte der Poomse sollen dazu dienen, die Geschwindigkeit des Atems und der Bewegung exakt aufeinander abzustimmen und die richtige Verlagerung des Körpergewichtes bei schnellen Bewegungen zu erlernen. Auf diese Weise können wir den zentralen Gedanken des Taeguk erfassen.

 

Name
Bedeutung
Taeguk 1
Il Chang
Die Bewegungsabläufe in Taeguk 1 (Il) Chang sind dem "Keon" der Palge gewidmet. Dies ist der wichtigste "Ge" der 64 (oder verkürzt: acht) "Ge" im Buch der Veränderungen. Keon repräsentiert Himmel und Licht. Der Himmel schenkt und Regen und die Sonne gibt uns Licht und läßt alles wachsen. Deshalb ist Keon der Anfang des Lebens auf der Erde, die Quelle der Schöpfung. Keon-Ge ist der kraftvolle und männliche Ge. Er kann mit einem Drachen verglichen Werden, der von seiner Wohnstätte auf der Erde auffliegt, dem Himmel entgegen. Analog dazu beginnt Taeguk mit Keon, nämlich dem Himmel.
Bei der Komposition dieser Form sind Stand und Schritte so gewählt worden, daß sie für Anfänger geeignet sind. In Taeguk 1 (Il) Chang ist Chirugi auf Chungdan-chirugi beschränkt. Makki hingegen wird auf allen drei Stufen (Chungdan-, Hadan- und Sungdan-makki) ausgeführt. Bezeichnend sind zwei Ap-chagi Bewegungen bei Kommando 14 und 16.
Taeguk 2
Ih Chang
Die Bewegungsformen Taeguk 2: (Ih) Chang ist der Idee des "Tae" der Palge gewidmet. "Tae" bedeutet hier Fröhlichkeit. In diesem Zustand ist der Geist von Festigkeit geprägt, während die äußere Erscheinung Ruhe ausstrahlt, so daß Lächeln und Tugend vorherrschen.
Demgemäß soll dieser Bewegungsablauf ruhig aber kraftvoll ausgeführt werden. Er beginnt mit Hadan-makki und schreitet fort zu Chungdan-chirugi, Ap-chagi und Sungdan-makki.
Taeguk 3
Sam Chang
Taeguk 3 (Sam) Chang ist dem "Ri" der Palge gewidmet, dem Symbol für das Feuer und die Sonne. Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch den Gebrauch des Feuers. Das brennende Feuer gibt dem Menschen Licht, Wärme, Begeisterung und Hoffnung. In Anlehnung an diese Idee sollen die Bewegungen abwechslungsreich und mit Leidenschaft ausgeführt werden. Die Bewegungen basieren in der Hauptsache auf Hadan-makki, Ap-chagi, Chirugi, Jebipum und Mok-chigi.
Aktionen der Hände, der Füße und des Körpers werden nacheinander zur Verteidigung genutzt. Durch diese Bewegungen erlangt man für die Angriffe die nötige Beweglichkeit (Lebhaftigkeit)
Taeguk 4
Sa Chang
Die Bewegungsfolge des Taeguk 4 (Sa) Chang folgt der Idee des "Jin" der Palge. "Jin" symbolisiert Donner und Blitz. Diese flößen Furcht ein und lassen uns erzittern. Daraus entsteht der Gedanke, daß wir ruhig und tapfer handeln müssen, auch im Angesicht von Gefahr und Furcht. Danach wird uns dann der blaue Himmel und die Sonne wieder lachen.
Die Bewegungen bestehen aus Sonnal-makki, Jebipum, Mok-chigi, Chirugi, Chungdan-pakkat-makki etc. Pakkat-makki ist eine der schwierigen Arten von Chungdan-makki.
Bei der Ausführung von Jebipum ist darauf zu achten, daß der Standfuß nicht vom Boden abgehoben wird, bevor der Körper ganz gedreht worden ist. Es ist wichtig den Körper immer im Gleichgewicht zu halten.
Taeguk 5
Oh Chang
Taeguk 5 (Oh) Chang ist nach dem "Seon" der Palge, dem Symbol des Windes gestaltet. Es gibt zwar so schreckliche Stürme wie Taifune und Tornados, die eigentliche Natur des Windes ist aber sanft - die Frühlingsbrise streicht sanft über die Blumen. Der Wind symbolisiert eine demütige Geisteshaltung, er steht für wiederkehrende gutartige Aktionen.
Die Bewegung läuft hier teils ruhig und gleichmäßig ab wie eine sanfte Brise, teils aber auch so kraftvoll wie ein Sturm. Am Anfang finden sich Me-jumok-naeryo-chigi, im weiteren Verlauf dann auch Palkup-chigi.
Taeguk 6
Yuk Chang
Taeguk 6 (Yuk) Chang ist dem "Gam" der Palge, dem Wasser gewidmet. Wasser ist flüssig und formlos und verliert daher auch nie seine Beschaffenheit. Es fließt immer bergab. Diese Vorstellung lehrt uns, daß wir Schwierigkeiten und Mühsal überwinden können, wenn wir mit Selbstvertrauen vorwärts gehen.
Die Bewegungen, die nach dieser Idee gestaltet sind folgen dem Bild des fließenden Wassers, wobei die einzelnen Teile durch Fußstöße überbrückt werden. Kennzeichnend sind Chungdan-pakkat-makki und Bewegungen, in denen Sonnal-sungdan-makki mit Körperdrehung und Gleichgewichtsverlagerungen gekoppelt sind.
Taeguk 7
Chil Chang
Taeguk 7 (Chil) Chang folgt in seinem Lauf der Idee des "Gan" der Palge. "Gan" bedeutet "oberer Haltepunkt" und symbolisiert einen Berg. Wir sollten anhalten, wenn wir anhalten müssen und wir sollten vorwärtsgehen, wenn wir vorwärts gehen müssen. Anhalten und Fortschreiten, jedes ist zu seiner Zeit nötig, wenn man was erreichen will.
Ein Berg bewegt sich nicht. Der Mensch muß die Stabilität (Standfestigkeit) eines Berges besitzen. Das heißt, wir sollen nicht überhastet handeln. Dieser Gedanke hat im TKD Eingang gefunden. Obwohl schnelle Aktionen schön aussehen, sollten wir wissen, wann und wo ein Halt angebracht ist. Aus diesem Grunde ist in diese Bewegungsfolge Bom-sogi aufgenommen worden, damit wir fähig werden, uns frei zu bewegen.
Taeguk 8
Pal Chang
Taeguk 8 (Pal) Chang ist dem "Gon" der Palge gewidmet. "Gon" symbolisiert die Erde, die die Quelle allen Lebens ist. Alle Dinge haben ihr Leben von der Erde, wachsen aus ihr, beziehen von ihr grenzenlos Nahrung und Energie. In der Erde ist die schöpferische Kraft des Himmels verkörpert. Die Erde ist nie ganz mit Worten zu beschreiben, Sie umfaßt alles, aus ihr wächst alles. Diese Poomse ist die letzte Übung des Schülers, eine letzte Hürde auf dem Weg zum Danträger. Hier werden die grundlegenden Bewegungsformen aufgefrischt und nochmals überprüft.

 

Die Meisterformen (Dan-Formen)

 

Name
Bedeutung
Koryo Koryo: Korea. Koryo ist der Name einer alten Dynastie (918 bis 1392 n.Chr.) nach der das heutige Korea benannt ist. Das kulturelle Erbe aus dieser Zeit ist sehr bedeutend. Deshalb entspricht das Diagramm, auf dessen Linien die Bewegungen ablaufen, dem Schriftzeichen für "der Gelehrte".
Kumgang Kumgang: Diamant. Das Wort selbst bedeutet: zu fest, um zerbrochen zu werden. Für buddhistische Mönche ist es aber auch die Bezeichnung für die Überwindung seelischer Schmerzen durch Weisheit und Tugend. Auch der schönste Berg Koreas wird Kumgang-San genannt. Die Bewegungsrichtungen folgen daher dem Schriftzeichen für »der Berg«. Entsprechend den Bedeutungen von Kumgang sollen die Bewegungen geistige Kraft und die Härte eines Diamanten ausdrücken.
Taebaek Taebaek: Heiliger Berg. Korea wurde der Sage nach vor 4100 Jahren auf dem Berg Baeku gegründet. Dieser Berg trug früher den Namen Taebaek; er ist der größte und erhabenste Berg Koreas. Diese Poomse demonstriert nicht nur Schnelligkeit und Genauigkeit, sondern auch Strenge und Entschlossenheit.
Pyongwon Pyongwon: Ebene. Eine große und offene Ebene erstreckt sich endlos und gibt dem Betrachter das Gefühl majestätischer Freiheit und grenzenloser Weite. Das Diagramm verläuft dementsprechend auf einer Linie.
Sipjin Sipjin: Zehn (Dezimalsystem). Das Zehnersystem ist eine ständige numerische Wiederholung des Wertes zehn, einhundert, eintausend, eine Million, eine Billion.... Damit ist die Zahl 10 Symbol für grenzenloses Wachstum. Das Wachstum ist aber nur bei einer systematischen und geregelten Ordnung wirkungsvoll. Das Diagramm dieser Poomse ist das Schriftzeichen für "10". Die Bewegungen sind abwechslungsreich, aber geordnet und diszipliniert.
Jitae Jitae: Erde. Gemäß dem fernöstlichen Glauben kommt alles Leben aus der Erde hervor und kehrt in sie zurück. Lebewesen und Naturphänomene ändern und formen sie fortlaufend. Poomse Jitae vereint diese Eigenschaften der Erde in ihren Bewegungen.
Chonkwon Chonkwon: Himmel. In alter Zeit wurde der Himmel als Herrscher über das Universum verehrt. Poomse Chonkwon ist durchdrungen von Bewegungen, die voll Erhabenheit und Vitalität sind, wie ein in den Himmel aufsteigender Adler.
Hansu Hansu: Wasser. Wasser wird als der Ursprung des Lebens angesehen. Die Eigenschaften des Wassers - ruhig, wild, flüssig, anpassungsfähig - sind auch typisch für die Bewegungen bei dieser Poomse.
Ilyo Ilyo: Geist und Einheit. Im Buddhismus bezeichnet man den Zustand der geistigen Ausbildung, in dem Geist und Körper zu einer Einheit verschmelzen, Ilyo. Die höchste Aufgabe des Taekwondoin ist es, diesen Zustand Ilyo zu suchen. Das Ziel ist eine Disziplin, bei der man mit konzentrierter Aufmerksamkeit bei jeder Bewegung alle weltlichen Gedanken und Dinge abschüttelt.